(und warum das okay ist)

Meditation ist in aller Munde. Sie soll sofortige Entspannung bringen, den Geist beruhigen, Leere und Stille bringen. Hast du es ausprobiert? War es für dich so?

zarte vereiste Zweige vor der Morgenröte

„Nimm dir jeden Tag die Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen.“ – Buddha.

Die Vorstellung, Meditation muss Ruhe, Stille, ja gar Erleuchtung bringen, erzeugt ein starkes Bild, weckt tiefe Hoffnung. Ich muss nur dasitzen und nicht reden und nichts denken, dann bin ich frei, dann geht’s mir endlich richtig gut. Jeden Tag zehn oder zwanzig Minuten, mehr nicht. Das schaff‘ ich schon irgendwie.

Und nun sitzt man da. Wenn man, wie ich, glaubt, alles muss optimal vorbereitet sein, dann klappt es, sitzt man auf einem Meditationskissen, vor sich vielleicht eine Kerze, sanfte Musik klimpert, die zwar irgendwie nicht perfekt ist, aber schon gehen wird und nun heißt es: nichts denken.

Nichts denken…

An nichts…

Hab ich an die Wäsche gedacht? Hat mein Kind seine Brotdose dabei? Hab ich meine Arbeit heute gut genug gemacht? Wieso hat die Nachbarin vorhin so komisch geschaut? Die Musik ist irgendwie zu esoterisch und zu laut. Wieso tut mein Rücken weh? Wenn mich jetzt einer sieht…

Chaos statt Ruhe

Und irgendeinem dieser Gedanken oder allen, folgen wir und die Praxis wird so gar nicht leer, still, erholsam.

Was ist schief gegangen?

Nichts, unser Geist ist nicht automatisch bereit für diese Stille. Es gibt Menschen, denen fällt es tatsächlich leichter und anderen wiederum deutlich schwerer. Meditieren ist einerseits eine Frage der Übung. Es wird leichter, wenn man es mal ein Jahr gemacht hat. Aber auf der anderen Seite gibt es auch wenig, dass inzwischen medial so aufbereitet ist und uns eine klare Anleitung zu geben scheint:

Hinsetzen, Rücken gerade, durchatmen und an nichts denken

Das ist doch nicht so schwer… Aber doch, das ist es.

Und nun?

Lange habe ich damit gehadert. Ich habe geführte Meditationen gemacht, das hat gar nicht schlecht funktioniert. Ja, auch da schweift man gelegentlich ab, aber eine Stimme hilft, zurück zu kommen.

Jedoch, vielleicht auf Grund meiner Hochsensibilität, finde ich nicht oft eine geführte Meditation, die mir wirklich zusagt. Oft ist die Stimme nicht mein Fall oder die Hintergrundmusik nicht richtig oder ich habe inhaltlich das Gefühl, es passt nicht zu mir.

Alternativen

Mit der Zeit jedoch und durch viel Lektüre habe ich für mich herausgefunden, dass ich gar nicht damit beginnen muss, diese Leere im Geiste zu finden. Ich darf beim Meditieren auch denken, nur versuche ich, fokussiert zu bleiben. Das hilft mir, mich zu entspannen und Meditation endlich etwas abgewinnen zu können.

Im nächsten Beitrag erzähle ich dir, was mir stattdessen geholfen hat – und warum Bodyscan und Metta-Meditation für sensible Nervensysteme oft viel leichter sind.

Bis bald, alles Liebe

Deine Kathi 🌿


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